Hip-Hop Styles und Richtungen
Die Hip-Hop-Kultur ist international verbreitet, hat sich aber in jeder Metropole unterschiedlich entwickelt. Zentrum ist nach wie vor Amerika, wo der Hip Hop auch seine Wurzeln hat. Schon zu Beginn der 80er Jahre waren die Texte hier besonders tiefgründig und die Mode ausgefallen. Statt um Party ging es um alltägliche Erlebnisse und Erfahrungen, die das Leben im Ghetto mit sich brachte. Klamotten bekam man von seinen älteren Geschwistern weitergereicht, weshalb sie selten aktuell waren und fast nie eine gute Passform hatten.

Mitte der 80er Jahre prägten Bands wie Run DMC oder LL Cool J die Mode maßgeblich. Sie trugen sportliche Kleidung in allen möglichen Farben, Hüte und Brille in Übergröße. Ende der 80er Jahre entwickelte sich dann der Gangsta-Rap und mit ihm ein völlig neuer Style, der die Street Fashion revolutionierte. Plötzlich trat ein starkes Markenbewusstsein in den Vordergrund, Accessoires und weiße Turnschuhe bzw. Sneakers gehörten zum guten Ton. In den 90er Jahren waren es Künstlern wie Snoop Doggy Dog, De La Soul und Dr. Dre, die die Mode erneut veränderten. Die Kleidung wurde heller und freundlicher, auch Neonfarben waren keine Seltenheit. Kurzzeitig wurden Hosen und Shirts sogar falsch herum getragen, der Trend von Kris Kross konnte sich aber nicht lange halten.
Mit den aufkeimenden Rivalitäten zwischen Westcoast und Eastcoast wurden schließlich Erkennungszeichen wie die Farben Rot und Blau sowie spezielle Dresscodes eingeführt. Kleidung wurde auf eine vorgeschrieben Art und Weise getragen, damit klar erkennbar war, wer zu welcher Seite gehörte. Nachdem die Westcoast vermehrt Erfolge feierte, entwickelte sich der Pimp-Look. Daran hatten Rapper wie Snoop Doggy Dog ihren Anteil. Man ahmte den Look von Zuhältern nach, trug Pelzmäntel und Anzüge in grellen Farben und hob sich so deutlich vom urbanen und ghetto-lastigen Style der Eastcost-Rapper ab.
Mitte der 90er gab es einen weiteren modischen Umschwung. Die Outfits wurden teurer und Luxusmarken wie Il Padrino Moda waren bei vielen Rappern zu sehen. Zudem entwickelten viele Stars ihren individuellen Stil und brachten ihn mit eigenen Labels auf die internationalen Laufstege und von dort direkt in die Geschäfte. Auch die Frauenmode veränderte sich. Während Ladies bis dato meist engere Versionen der Männerkleidung trugen, ging der Trend zu femininen Schnitten und auch Kleidern, die mehr Haut zeigten.
Heute wird die Hip Hop Mode von großen Labels definiert und hat nur noch wenig mit dem ehemaligen Look von der Straße zu tun. Marken sind zu einer Selbstverständlichkeit geworden und die Kleidung dementsprechend teuer. Unzählige Stars aus der Szene haben inzwischen eigene Modelinien und vertreiben diese äußerst erfolgreich. Ob 50 Cent mit G Unit Clothing, Jay-Z mit Rocawear oder Russell Simmons mit Phat Farm - Sie alle sind Gewinner!